Begabungsdifferenzierende Lernarchitektur: Adaptives und personalisiertes Lernen in leistungsheterogenen Lerngemeinschaften (Schul- und Unterrichtsentwicklung)
Victor Müller-Oppliger
Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz PH FHNW

Begabungs- und Begabtenförderung hat sich vom einseitig auf kognitive Fähigkeiten verengten Hochleistungstraining zu einem ganzheitlichen, personenbezogenen und wertereflektierten Förderansatz entwickelt. In Schulen der Vielfalt mit heterogenen Lerngemeinschaften sollen Lernende und überdurchschnittlich Leistungsfähige ihre individuellen Begabungspotenziale entdecken und lernen, diese in Erfolgserlebnisse zu transformieren. Dies beinhaltet neben kognitiven Fähigkeiten die Entwicklung co-kognitiver, exekutiver und überfachlicher Kompetenzen, die oft entscheidender sind als der IQ und auswendig gelernte Wissensreproduktion.

Im Vortrag und in der anschließenden Diskussion wird ein praxiserprobtes und wissenschaftlich reflektiertes Schul- und Unterrichtskonzept vorgestellt, das eine flexibilisierte Lernorganisation einer Schule mit einem leistungsdifferenzierenden Unterricht (in der Klasse) verbindet. Eine Choreographie unterschiedlicher unterrichtsergänzender Förderangebote (klassen-, altersübergreifende und interessengeleitete Fördermaßnahmen) wird in Beziehung gesetzt zu einem Unterrichtsmodell für leistungsheterogene Lerngruppen (adaptive Lernarchitektur) und zu einer Schul- und Lernkultur, die auch überdurchschnittliche Leistungen der Lernenden evoziert und anerkennt.

Elemente des diskutierten Förderkonzepts sind das weltweit anerkannte «Schoolwide Enrichment Model», Lernen mit «Entwicklungs- und Talentportfolios», «personalisierte Lernbegleitung und Lernberatung» (zum Aufbau reflexiver, personaler und überfachlicher Kompetenzen), «Tutoring und Mentoring» (innerhalb der Schule und über diese hinaus) sowie Formen einer «Erweiterten Leistungsbeurteilung», die auch individuelle Lernfortschritte und non-normative Leistungen ausweist.

Leistungsstarke und (Hoch-)Begabte sind oft in besonderem Maße angewiesen auf ein Lernsetting, das ihren individuellen Möglichkeiten und ihrer speziellen Situation («anders als die anderen») Rechnung trägt und darauf, dass sie spezifisch gefördert werden im Aufbau kreativer Problemlösestrategien, personaler Kompetenzen in sozialen Kontexten sowie in der Entwicklung von Fähigkeiten zur Selbststeuerung und Selbstverantwortung sowie mit dem Blick auf Mitverantwortung für die Zukunftsgestaltung einer gemeinsamen Gesellschaft.


Kurzvita Prof. Victor Müller-Oppliger


Referenz:
Fr-KM1-NI-0001
Sitzung:
Teilprojekt 1/2 Nicht intensiv begleitete Schulen – Workshop zur freien Auswahl: Begabungsdifferenzierende Lernarchitektur: Adaptives und personalisiertes Lernen in leistungsheterogenen Lerngemeinschaften (Schul- und Unterrichtsentwicklung)
Vortragende:
Victor Müller-Oppliger
Art des Vortrags:
Vortrag
Raum:
PH Karlsruhe, Gebäude 3, Raum 110
Datum:
Freitag, 20. September, 2019
Zeit:
15:15 - 16:45
Sitzungstermine:
15:15 - 16:45

LemaS-Tagung 2019